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Das Etuikleid

Der Amtsantritt Barack Obamas war das politische Ereignis des Jahres. Die ganze Welt schaute in die USA und natürlich auch auf die Frau an Obamas Seite. Seitenweise wurde in den Medien darüber diskutiert, welche Kleider die First Lady an solch einem Tag trägt. Trotz ihres gewissen extravaganten Stils entschied sich Michelle Obama letztlich für einen Klassiker der Damengarderobe: das Etuikleid.

Was beweist wie unersetzlich diese „seriöse Diva“ unter den Kleidern heute noch ist. Kein Anlass an dem man in einem Etuikleid nicht perfekt gekleidet ist! Mutter des Etuikleids ist Coco Chanel, die mit einer schlichten schwarzen Variante das erste „Kleine Schwarze“ schuf und damit die Welt der Kleider revolutionierte. “Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens“ – diesem Zitat blieb Coco Chanel in ihren Entwürfen treu und schuf Kleider die völlig ohne Schnörkel pure Eleganz ausstrahlten. Das Etuikleid ist heute noch gerade und schlicht geschnitten und umschließt dabei unsere Figur wie ein Etui – andere Bezeichnungen wie Shiftdress oder Schlauchkleid beschreiben diesen Effekt ebenfalls gut. Es ist eines der wenigen Kleider, die keine Taillennaht haben, die schmale Silhouette wird daher nicht unterbrochen.

Etuikleider sind in der ursprünglichen Form knielang und ärmellos geschnitten. Mittlerweile sind in der kreativen Welt der Mode aber natürlich auch andere Varianten denkbar- kürzere Kleider werden beispielsweise zum Mini-Etuikleid, manchmal mit verspielten Puffärmeln. Auch der klassische gerade Ausschnitt wird manchmal durch einen sexy V-Ausschnitt oder einen einfachen Rundhalsausschnitt abgelöst. Kleider im Etuischnitt galten besonders in den 1930er und 1960er Jahren als sehr modisch, weltweit bekannt wurden sie in den 60er Jahren besonders durch die Stilikone Jacky Kennedy. Deren Kleider werden heute sogar in einer eigenen Ausstellung gezeigt, sozusagen als Hommage an den guten Stil: Bis heute haben sich Etuikleider zu einem festen Bestandteil der Mode gemausert und sind in unseren Kleiderschränken nicht mehr wegzudenken. Coco Chanels ursprünglicher Entwurf war zwar in schlichtem schwarz gehalten, mittlerweile tragen wir die zeitlosen Kleider allerdings in allen erdenklichen Farben – passend zu Anlass und Jahreszeit!

Während uns im Frühling besonders zarte Pastellfarben kleiden, sehen in den kühleren Monaten gedeckte Farben toll aus. Natürlich sind Etuikleider ein besonders wichtiger Teil unserer Businessgarderobe. Mit eleganten Pumps und einer tollen Tasche können wir unseren Outfits Individualität einhauchen ohne dabei an Seriosität einzubüßen. Doch auch abends ist der Klassiker eine toller Begleiter – edler Schmuck und glamouröse Accessoires wie eine Goldclutch machen die Kleider partytauglich. An kühleren Abenden geht das Etuikleid übrigens gerne gemeinsam mit einer Stola aus! Und selbst an einem großen Ereignis wie der Hochzeit muss sich das Etuikleid nicht verstecken! Kleider für den schönsten Tag im Leben gibt es natürlich auch pompös und reich verziert – doch besonders für die Standesamtliche Trauung darf es oft etwas schlichter sein: das Etuikleid stellt hier eine tolle Alternative zum strengen Kostüm dar!

Tipp: Auch als Gast beantwortet man die Frage nach dem richtigen Outfit für eine Hochzeit natürlich mit einem Etuikleid immer richtig – festlich – elegant und doch zurückhaltend. Die Trägerin dieses Klassikers beweist Geschmack und Stilgefühl bei jeder Gelegenheit – ganz ohne Glitzer und Schnörkeleien. Wahre Eleganz liegt eben manchmal im Grundsatz „Weniger ist mehr“. Das beweist uns auf besonders schöne Weise das Etuikleid.